Rheingauer Rieslingroute

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Weinberg im Herbst | ©: S.Külcü - Fotolia

Die alte Kulturlandschaft am Rhein können Besucher auf der Rheingauer Rieslingroute intensiv erkunden. Sie erleben in dieser Region einen Hauch von Mittelmeer. Denn die trockenen und warmen Sommer sowie die milden Winter lassen hier zahlreiche Pflanzen aus dem Mittelmeer wachsen. Es ist also nur logisch, dass sich die Region bestens für den Weinanbau eignet.

Daten und Fakten

Der Rheingau erstreckt sich am rechten Rheinufer von Walluf bis Lorchhausen. Hier weicht der Rhein von seiner Fließrichtung Norden ab und wendet sich bis zum Binger Loch nach Westen. Auf einer Fläche von etwa 3.100 Hektar wird im Rheingau Wein angebaut. Die dominante Sorte in der Region ist der Riesling.

Weine der Rheingauer Rieslingroute

Riesling

Der Riesling gilt als eine der besten und wichtigsten Weißweintrauben. Im Rheingau werden 78,7 Prozent der Weinstöcke mit Riesling gepflanzt. Die sehr spät reifende Rebe stellt hohe Ansprüche an die Lage und findet im Rheingau optimale Bedingungen. Junge Rieslinger bieten eine Vielfalt an fruchtigen Aromen, die Bandbreite reicht von Zitrusfrüchten über Apfel und Pfirsich bis hin zur Passionsfrucht. Die blassgelben bis goldgelben Weine sind leicht bis mittelschwer und können dank des hohen Säuregehaltes lange gelagert werden. Im Laufe der Zeit verflüchtigt sich die fruchtige Note allerdings und weicht mineralischen und Bodentönen. Aus dem Riesling lassen sich aber auch hochwertige süße Weine keltern. Diese werden entweder als Eiswein geerntet oder über Edelfäule erzeugt. Das Aroma wird beim süßen Riesling als honigwürzig beschrieben. Edelsüße Spitzen-Rieslinge gelten übrigens als absolute Raritäten und erzielen auf Auktionen regelmäßig hohe Preise.

Spätburgunder

In Assmanshausen befindet sich die größte zusammenhängende Anbaufläche für Spätburgunder in Deutschland. Die qualitativ hochwertige Rebe wird auch als Edelrebe bezeichnet und gilt als klassischer Rotwein in kühleren Anbaugebieten. Der Wein zeichnet sich durch sein fruchtiges Aroma aus, charakteristisch ist eine feinherbe Note. Der Anbau ist allerdings nicht einfach, denn die Rebe stellt hohe Ansprüche an die Lage. Riskant ist auch die Alterung des Weines, weil sich die Entwicklung nur sehr schwer abschätzen lässt. Normalerweise verliert der Spätburgunder seinen Charakter, Spitzenweine können aber sehr lange gelagert werden und entwickeln im Lauf der Zeit sehr komplexe Aromen. Im Rheingau nimmt der Spätburgunder eine Anbaufläche von 12,7 Prozent ein.

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Weinberg | ©: VRD - Fotolia

Sehenswürdigkeiten entlang der Rheingauer Rieslingroute

Das Tor zum Rheingau

Als Tor zum Rheingau gilt die kleine Stadt Lorch. Sehenswert ist vor allem die Altstadt mit der Pfarrkirche St. Martin, die im 14. Jahrhundert auf den Resten einer spätromantischen Basilika errichtet wurde. Das Hilchenhaus, errichtet im 16. Jahrhundert, gilt als schönster Renaissancebau am Mittelrhein.

Ein bedeutendes Kunstdenkmal

Die romanischen und frühgotischen Bauten machen das ehemalige Zisterzienserkloster Kloster Eberbach nahe Eltville zu einem der bedeutendsten Kunstdenkmäler in Deutschland. Ursprünglich zogen im 12. Jahrhundert zwölf Mönche ein, doch das Kloster wurde rasch zu einem der größten und bedeutendsten Klöster in ganz Deutschland.

Musik im Weingut

Angeblich soll Karl der Große den Weinbau auf dem Johannisberg begründet haben. Der Wein aus dem traditionsreichen Weingut gilt als einer der besten im Rheingau. Alljährlich öffnet das Schloss seine Pforten für das Rheingau Musik Festival, das seit 1988 als private Initiative in der Region stattfindet. Der Schwerpunkt des Festivals liegt in der Klassik, aber auch Jazz, Kabarett und literarische Weinproben werden angeboten.

Das älteste Weingut?

Schloss Vollards nimmt für sich in Anspruch, das älteste Weingut Deutschland zu sein, nachdem der Weinbau schon für das frühe Mittelalter dokumentiert ist. Das heutige Schloss wurde im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts als Wasserschloss errichtet. Der Wohnturm wird von einem quadratischen Teich umgeben und ist nur über eine Brücke zu erreichen.

Die Nachfolger Hildegards von Bingen

Im neo-romanischen Stil wurde das Benediktinerinnenkloster Abtei St. Hildegard in Eibingen in den Jahren 1900 bis 1904 errichtet. Der Orden der Benediktinerinnen zogen in diesem Jahr in das von Fürst Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg gestiftete Kloster ein. Die Abtei sieht sich in der Nachfolge der Klöster Rupertsberg und Eibingen, die von Hildegard von Bingen gegründet wurden.

Störche und Mühlen

Seit dem 8. Jahrhundert wird in Walluf Weinbau betrieben, die Gemeinde gilt deshalb als älteste Weinbaugemeinde des Rheingaus. Ein wohl einmaliges Schauspiel bietet sich im nahen Naturschutzgebiet: Etwa 50 Storchenpaare brüten hier. Einen Besuch wert sind außerdem die zahlreichen Mühlen entlang des Mühlengrabens. Die Dickescheidt-Mühle etwa gab es schon um 1200.

Aktivitäten und Tipps

Ein Urlaubsziel für jeden Geschmack ist der Rheingau. Tagesausflüge in die nahe gelegenen Städte Wiesbaden, Mainz und Frankfurt sind ebenso möglich, wie ein ausgedehnter Bummel durch die deutsche Geschichte oder ein ausgedehnter Erholungsurlaub im Herzen der Natur.

Die Rieslingroute erwandern

Auf rund 120 Kilometern führt der Rheingauer Römer als Wegmarkierung die Besucher auf der Rheingauer Rieslingroute durch die romantische Weinlandschaft rechts des Rheins. Die Tour führt Wanderer und Radfahrer nicht nur durch die Weinberge der Region, sondern auch durch zahlreiche Weinorte. Unterwegs können die Reisenden in einer der vielen Gutschänken oder Strausswirtschaften regionale Spezialitäten aus dem Rheingau kosten. Als Geheimtipp gilt der Frühling. Ende April und Anfang Mai lädt die Region nämlich zu den Rheingauer Schlemmerwochen ein. „Wein, Genuss und Kultur“ lautet dann das Motto in den Weingütern und Lokalen. Wer die komplette Strecke als Wanderer oder Radfahrer absolvieren will, sollte diese natürlich in mehrere einzelne Etappen aufteilen und genügend Zeit einplanen. Schließlich bietet das Rheingau jede Menge Kultur und Sehenswürdigkeiten.

Über die Schulter schauen

Die Kunst, aus Trauben edlen Wein zu machen, fasziniert Laien und Kenner gleichermaßen. Wer die Weinlese und das Keltern des Weines einmal hautnah miterleben möchte, hat bei den zahlreichen Winzern im Rheingau die besten Voraussetzungen dazu. Denn viele Weinbauern und Weingüter bieten die Möglichkeit, auf dem Winzerhof zu übernachten.

Mit dem Schiff zum Wein

Dank der Nähe des Rheins lässt sich die Rheingauer Rieslingroute auch zu Wasser bestens erkunden. Sportlich aktive Urlaubsgäste finden in den zahlreichen Orten am Rheinufer Bootsverleihe, um die eine oder andere Etappe mit dem Kanu anzusteuern. Wer es gern bequemer hat, kann aber auch die Passage in einem Linienschiff buchen. Drei verschiedene Fahrten werden täglich zwischen Rheingau und Rheinhessen angeboten. Einige Haltestellen lassen den Fahrgast direkt in die Rheingauer Rieslingroute einsteigen. Auch ein Besuch in Mainz oder Wiesbaden ist vom Urlaubsdomizil im Rheingau aus ohne Probleme per Schiff möglich.




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