Weinstraße Saale-Unstrut

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Weinland | ©: Alexander Preidler - Fotolia

Seit mehr als 1000 Jahren wird in der Region Saale-Unstrut Wein angebaut. Urkundlich erwähnt wird der Weinbau erstmals 998. Sowohl der Weinbau als auch die wechselhafte Geschichte im Herzen Europas haben im Laufe der Jahrhunderte eine einmalige Kulturlandschaft im Süden von Sachsen-Anhalt und im Norden von Thüringen entstehen lassen, die nicht nur Weinkenner fasziniert.

Daten und Fakten:

Die Weinstraße Saale-Unstrut wurde 1993 als 13. Weinstraße offiziell eröffnet. Auf einer Länge von rund 60 Kilometern durchquert sie das Weinbaugebiet mit seinem Zentrum Freyburg. Entlang dem Fluss Unstrut führt sie via Laucha und Freyburg nach Naumburg. Der weitere Verlauf folgt der Saale bis in die thüringische Stadt Jena.

Weine aus der Weinbauregion Saale Unstrut

Spitzenweine mit Mittelmeer-Flair

Obwohl die Weinbauregion Saale Unstrut mit 500 Millimetern pro Jahr als eine der niederschlagsärmsten Weinbauregionen in Deutschland gilt, werden hier so manche Spitzenweine produziert. Das liegt an den 1600 Sonnenstunden pro Jahr, die zusammen mit so genannten „Wärmeinseln“ in den Flusstälern für ein fast mediterranes Klima sorgen. Mehr als 30 Rebsorten werden ein weiträumigen Steil- und Terrassenlagen angebaut. Der Anbau gilt aber vor allem in den Steillagen als sehr arbeitsintensiv und ist oft nur mit Seilzug und Handhacke möglich. Die Weine aus Saale-Unstrut zeichnen sich durch ein elegantes und feinfruchtiges Bukett aus. Mineralische Nuancen färben den Geschmack ein. Dafür sorgt der Boden, in dem sich neben verwittertem Muschelkalk auch Buntsandstein und Lößlehm finden.

Trocken ist Trumpf

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Weine | ©: HappyAlex - Fotolia

Auf Grund der geographischen Lage gedeihen in Thüringen und Sachsen-Anhalt trockene Weine am besten. Die Sortenvielfalt wird deutlich angefüllt von der Rebe Müller-Thurgau. Diese Rebsorte wurde von Hermann Müller 1882 im Rheingau gezüchtet. Beliebt ist die Rebe vor allem, weil sie nur geringe Ansprüche an den Boden und das Klima stellt. Darüber hinaus zeichnet sich die Sorte durch eine frühe Reife und zugleich eine große Ertragsmenge aus. Wegen des geringen Säuregehalts ist die Müller-Thurgau-Rebe mild, aber dennoch fruchtig. Allerdings sollte der Wein relativ jung getrunken werden, weil sich seine Qualität durch die Lagerung nicht mehr verbessern lässt.

Traditionelle Sorten

Die Sorten Weißburgunder und Silvaner folgen auf den Plätzen zwei und drei. Beide Rebsorten werden im Weinbau schon seit Jahrhunderten verwendet. Der Weißburgunder gilt als sehr empfindlich und sollte nur an Südlagen angebaut werden, dafür lassen sich aus ihm reife und feinfruchtige Weine machen. Der Charakter des Silvaners hängt sehr stark von der Beschaffenheit des Bodens ab. Während er auf Lehmböden eher neutral eingestuft wird, entstehen auf Verwitterungsböden exzellente und elegante Weine.

Sehenswürdigkeiten in Thüringen und Sachsen-Anhalt

Trivialliteratur und Himmelsscheibe

Ein besonderes Erlebnis gibt es gleich zum Einstieg für historisch interessierte Besucher: Das Heimatmuseum von Nebra zeigt eine Ausstellung über die Himmelsscheibe von Nebra. Sehenswert sind außerdem die Schlossruine und das Courths-Mahler-Archiv. Die Autorin Hedwig Courths-Maler, deren Liebesromane für Beispiele sentimentaler Trivialliteratur gelten.

Das Glockenmuseum

Zwischen 1732 und 1911 wurden in der Glockengießerei von Lauche an der Unstrut über 5.000 Bronzeglocken hergestellt. Heute ist die Gießerei, die von Glockengießermeister Ulrich gegründet wurde, ein Glockenmuseum. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählen die Kirche St. Marien und die historische Altstadt.

Rotkäppchen und Neuenburg

Besucher in Freyburg sollten sich einen Besuch in der Rotkäppchen Sektkellerei auf keinen Fall entgehen lassen. Die Besucher können hier nicht nur hinter die Kulissen blicken, sondern bekommen unter dem Motto Sektival auch ein buntes kulturelles Programm geboten. Schloss Neuenburg gilt als wichtige Burg der Landgrafen von Thüringen und thront über der Stadt.

Das Wahrzeichen: der Dom

Das Wahrzeichen Naumburgs, der Dom wurde Anfang des 13. Jahrhunderts an der Schwelle von Spätromantik und Frühgotik errichtet und steht in der bischöflichen Vorstadt. Vollendet wurde das kirchliche Gebäude mit dem Südturm erst anno 1883. Die zwölf Stifterfiguren, die lebensgroß aus Kalkstein gehauen wurden und im Westchor stehen, sind weltberühmt.

Die Geschichte der Kur

Schon seit 1839 ist Bad Sulza das Ziel von Kurgästen. Der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe soll dieses Potential schon 1828 erkannt haben. Ein Schwerpunkt des Saline- und Heimatmuseums erläutert die Geschichte des Kurbetriebs in zwei Jahrhunderten. Eine zweite Ausstellung ist der Schlacht bei Jena und Auerstedt gewidmet, die in der Nähe des Kurortes geschlagen wurde.

Die sieben Wunder

Mit einer reichen Kulturlandschaft kann die Universitätsstadt Jena glänzen. Diese Sehenswürdigkeiten machten die Stadt schon im 17. Jahrhundert in weitem Umkreis bekannt. Zu diesen Zählen neben dem Altar der Stadtkirche auch die Camsdorfer Brücke. Heute sind allerdings nur noch vier Wunder erhalten.

Aktivitäten und Tipps

Nachdem die Weinstraße Saale Unstrut einen kleinen Teil der Burgenstraße, die sich auf einer Länge von rund 1.000 Kilometern von Mannheim bis Prag erstreckt, streift, stehen dem Feriengast eine Vielzahl von Freizeitaktivitäten offen. Entdecken lässt sich die reiche Kulturlandschaft der Weinstraße Saale Unstrut sowohl zu Fuß als auch per Rad oder Boot. Die Städte und Gemeinden entlang der Weinstraße halten ein großes Netz an Wander- und Radwegen vor, welche zu den Sehenswürdigkeiten in der Region führen. Die einzelnen Passagen schließen oft an überregionale Wege an.

Ein Mekka für Radwanderer

So gilt die Gegend an den Flüssen Saale und Unstrut als wahres Mekka für Radwanderer. Gleich drei überregional bedeutende Radwege führen zu den schönsten Flecken in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der Himmelsscheiben-Radweg verbindet beispielsweise den Fundort der legendären Scheibe in Wangen mit dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Zusammen mit dem Unstrut-Radwanderweg und dem Saale-Radwanderweg stehen dem Radfahrer rund 180 Kilometer offen. Das Highlight auf dem Dolmenradweg ist ein Steingrab mit dem Fund der Dolmengöttin nahe Langeneichstädt. Auf die Spuren des Dichterfürsten Goethe können sich Radfahrer auf dem Goetheradweg zwischen Halle und Bad Sulza machen.

1.300 Kilometer Wanderwege

Neben diesen überregional bekannten Wegen steht Wanderfreunden im Naturpark Saale-Unstrut ein Wanderwegenetz von insgesamt mehr als 1.300 Kilometern zur Verfügung. Und das sollte man auch ausnutzen, denn die Gegend gilt als absoluter Geheimtipp. Naturfreunde kommen auf den Strecken ebenso voll und ganz auf ihre Kosten wie die Fans mittelalterlicher Baukunst. Mit etwas Glück kann der Wanderer auch einige seltene Tiere wie den Eisvogel, den Hirschkäfer oder verschiedene Fledermausarten beobachten.

Die Straße zu Wasser entdecken

Sowohl die Saale als auch die Unstrut sind schiffbar. Wer die Weinstraße einmal aus dem Blickwinkel vom Wasser aus erkunden möchte, findet zahlreiche Möglichkeiten für eine Boot- oder Kanutour. Entsprechende Angebote findet der Urlaubsgast in jedem größeren Ort entlang der beiden Flüsse.




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